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Neuerkrankungsrate von Demenz rückläufig

Beitrag von WernerSchell » 10.11.2020, 17:20

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Rostocker Forscher:
Neuerkrankungsrate von Demenz rückläufig

In Deutschland leben nach jüngsten epidemiologischen Schätzungen rund 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Die Zahl der Demenzkranken wird in Zukunft dramatisch steigen, heißt es, dennoch nimmt das altersspezifische Demenzrisiko ab.

„Obwohl die Anzahl der Erkrankten ansteigt, sinkt über den gesamten Lebenslauf die Wahrscheinlichkeit, an Demenzen und damit auch an Alzheimer zu erkranken“, sagt Professor Rafael Weißbach, der den Lehrstuhl Statistik und Ökonometrie an der Universität Rostock leitet. Was scheinbar widersprüchlich klingt, da in einer alternden Gesellschaft die Anzahl der über 65-Jährigen steigt, ist kein Widerspruch. Der 49-jährige studierte Mathematiker hat in einem Forschungsprojekt, an dem auch die Forscherin Professorin Gabriele Doblhammer sowie das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIDO) beteiligt waren, herausgefunden, dass die Neuerkrankungsraten an Demenz rückläufig sind. Über einen Zeitraum von zehn Jahre wurden dazu anonymisierte Daten von 250.000 AOK-Versicherten ausgewertet.

„Da immer mehr Menschen ein hohes Alter erreichen, sind neurodegenerative Erkrankungen ein wichtiges Thema in unserer Gesellschaft geworden“, sagt die renommierte Forscherin. Neben der Universität Rostock arbeitet die international bekannte Wissenschaftlerin auch am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn und steht der Deutschen Gesellschaft für Demographie vor. Die jüngsten Ergebnisse der Rostocker Studie kommentiert sie so: „Es ist unklar, ob der aktuell stattfindende Rückgang der altersspezifischen Erkrankungsraten auch in Zukunft stattfinden wird. Tatsache ist, dass sich Demenzen von einer früher wenig sichtbaren Krankheit zu einer Volkskrankheit hin entwickeln werden, von der fast jede Familie betroffen sein wird.“

Professor Weißbach hat das Ergebnis seiner Forschung mit einer Modellrechnung auch überrascht. „Aber Zahlen sind unbestechlich“, sagt Professor Weißbach. Er und sein Mitarbeiter, Dr. Achim Dörre, haben dazu zehnjährige Geburtsjahrgänge der vor 1955 Geborenen getrennt betrachtet. Dadurch wurde der Trend sichtbar. Bislang stand die Frage im Raum, ob ein Trend in der Neuerkrankungsrate von Demenz für Geburtsjahrgänge überhaupt statistisch nachweisbar ist. Ist er. Professor Weißbach hat gemeinsam mit Professor Alexander Meister vom Institut für Mathematik der Universität Rostock Algorithmen entwickelt und somit neue Methoden für eine lückenlose Datenauswertung gefunden. Denn: Eine zuverlässige Datenbasis mit den aktuellen Zahlen von Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen ist unverzichtbar für die Vorhersage der zukünftigen Anzahl der Menschen, die solche Erkrankungen erleiden, und der damit verbundenen Kosten für medizinische Versorgung und Pflege. Ziel ist daher die Etablierung einer deutschlandweiten Datenbank („NeuroDiseaseMonitor“), die auf den Daten der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) basiert. Dabei sollen umfassend, genau und langfristig Daten zu Charakteristika neurodegenerativer Erkrankungen erfasst und einem wissenschaftlichen und interessiertem Publikum zur Verfügung gestellt werden. Die Rostocker Forscher haben dafür die Weichen gestellt.

Text: Wolfgang Thiel

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Rafael Weißbach
Universität Rostock
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Institut für Volkswirtschaftslehre
Lehrstuhl für Statistik und Ökonometrie
Tel.: +49 381 498-4428
E-Mail: rafael.weissbach@uni-rostock.de

Quelle: Pressemitteilung vom 10.11.2020
Martina Kaminski Presse- und Kommunikationsstelle
Universität Rostock
https://idw-online.de/de/news757443
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Wer schneller geht, ist intelligenter und altert langsamer

Beitrag von WernerSchell » 30.04.2022, 16:47

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GEO - 28.04.2022

STUDIE BESTÄTIGT
Wer schneller geht, ist intelligenter und altert langsamer

von Merle Blankenfeld

Geahnt hat es der ein oder andere vielleicht schon immer, nun hat es eine Studie bestätigt: Menschen, die schneller gehen, altern langsamer und sind intelligenter. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende der US-amerikanischen Duke University
Jede und jeder hat mindestens eine Person im Bekannten- oder Familienkreis, die stets ein ganzes Stück schneller geht als alle anderen. Während das hohe Gehtempo auf gemeinsamen Spaziergängen bei den langsamer Gehenden für Kurzatmigkeit sorgt, so haben wir für die Schnellgehenden gute Nachrichten: Eine Studie liefert den wissenschaftlichen Beweis, dass sie intelligenter sind als die gemütlich gehenden Menschen – und dass sie nicht so schnell altern wie die anderen.
Groß angelegte Studie über 40 Jahre zu Gehtempo und Alterungsprozess
… (weiter lesen unter) … > https://www.geo.de/wissen/wer-schneller ... mzChVblD4s
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Demenzrisiko schon in jungen Jahren sichtbar

Beitrag von WernerSchell » 02.06.2026, 13:56

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Demenzrisiko schon in jungen Jahren sichtbar

Wie wir leben, bestimmt mit, wie unser Gehirn altert – und das deutlich früher als bislang gedacht. Eine neue Studie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig zeigt, dass ein etablierter Demenzrisiko-Index bereits bei jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 39 Jahren mit Unterschieden in der geistigen Leistungsfähigkeit zusammenhängt. Bisher galt der Index vor allem für die Risikoabschätzung im mittleren und höheren Erwachsenenalter. Die Ergebnisse sind aktuell im Journal „Alzheimer's & Dementia“ veröffentlicht worden.

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Derzeit leben etwa 1,8 Millionen Menschen in Deutschland mit Demenz. Für die aktuelle Studie nutzte das Forschungsteam Daten aus der deutschlandweiten bevölkerungsbasierten Gesundheitsstudie NAKO mit knapp 150.000 Teilnehmer:innen im Alter von 20 bis 75 Jahren. Für jede Person wurde auf Basis gesundheitlicher und lebensstilbezogener Faktoren – etwa Rauchen, körperliche Aktivität, Depression oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen – ein LIBRA-Score berechnet. Die Ergebnisse sind eindeutig: Höhere LIBRA-Scores, also ein höheres Demenzrisiko, gingen in allen Altersgruppen mit einer schlechteren geistigen Leistungsfähigkeit einher.

Anschließend sind die Zusammenhänge zwischen den Risikowerten und der kognitiven Leistungsfähigkeit analysiert worden. Der Lifestyle for Brain Health (LIBRA)-Index ist ein etabliertes wissenschaftliches Instrument zur Abschätzung des Demenzrisikos. Besonders auffällig in der aktuellen Studie: Jüngere Erwachsene wiesen häufiger verhaltens- und psychosoziale Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel und depressive Symptome auf. Bei älteren Menschen dominierten kardiovaskuläre Risiken wie Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung und erhöhte Cholesterinwerte. „Es wird deutlich, dass sich die Art der Risikofaktoren für Demenz über die Lebensspanne verändert. Die Risikoreduktion sollte nicht erst mit 40 oder 60 Jahren beginnen, sondern schon im jungen Erwachsenenalter ansetzen“, betont Professorin Steffi G. Riedel-Heller, Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP). „Wenn wir Lebensstilfaktoren wie Bewegung, Ernährung oder psychische Gesundheit früh in den Blick nehmen, können wir vermutlich viel für die Gehirngesundheit im Alter tun.“

Die Studie zeigt außerdem deutliche soziale Unterschiede: Personen mit niedrigerem sozioökonomischem Status hatten insgesamt ungünstigere LIBRA-Scores. Auch zwischen Frauen und Männern gab es Unterschiede: Im Durchschnitt wiesen Männer höhere modifizierbare Demenzrisikofaktoren (LIBRA-Werte) als Frauen auf. Negative Zusammenhänge zwischen LIBRA und kognitiver Leistung waren besonders bei Frauen mit niedrigerem sozioökonomischem Status ausgeprägt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Gruppen im Lebensverlauf mehrfach benachteiligt sein können. Wissenschaftler Felix Wittmann: „Unsere Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Demenzrisiko nicht nur mit individuellen Faktoren zusammenhängt. Wenn wir soziale Ungleichheiten nicht stärker in den Blick nehmen, laufen wir als Gesellschaft Gefahr, dass die besonders gefährdeten Gruppen von wichtiger Risikoreduktion am wenigsten profitieren.”

Wissenschaftlich schließt die Studie eine Lücke: Der LIBRA-Index ist bislang nur für Menschen ab 40 Jahren gut untersucht. Dass er auch bei 20- bis 39-Jährigen aussagekräftig ist, zeigt, dass etablierte Demenzrisiko-Modelle auf jüngere Altersgruppen übertragbar sind und die Forschung stärker den gesamten Lebensverlauf in den Blick nehmen sollte.

Die Publikation entstand in gemeinsamer Erstautorenschaft von Prof. Dr. Susanne Röhr und Felix Wittmann. Prof. Dr. Röhr hat aktuell eine Professur als Associate Professor an der australischen University of New South Wales in Sydney inne und ist dem Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) weiterhin als Gastwissenschaftlerin verbunden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Steffi G. Riedel-Heller
Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP)
Telefon: +49 341 97 15408
E-Mail: steffi.riedel-heller@medizin.uni-leipzig.de

Felix Wittmann
Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP)
Telefon: +49 341 97 15542
E-Mail: Felix.Wittmann@medizin.uni-leipzig.de

Originalpublikation:
Originalpublikation in Alzheimer's & Dementia: Associations of the Lifestyle for Brain Health (LIBRA) index with cognitive functioning across adulthood: Variation by sex and socioeconomic status in the German National Cohort (NAKO). Doi: 10.1002/alz.71477
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42151737/

Quelle: Pressemitteilung vom 02.06.2026
Medizinische Fakultät Anne Grimm Stabsstelle Universitätskommunikation / Medienredaktion
Universität Leipzig
https://idw-online.de/de/news871803
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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