Pflege und digitale Technik - Chancen und Herausforderungen

Pflegespezifische Themen; z.B. Delegation, Pflegedokumentation, Pflegefehler und Haftung, Berufsrecht der Pflegeberufe

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Pflege und digitale Technik - Chancen und Herausforderungen

Beitrag von WernerSchell » 20.12.2019, 07:17

Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP)

Neuer ZQP-Report Pflege und digitale Technik veröffentlicht

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Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat seinen neuen Report „Pflege und digitale Technik“ veröffentlicht. Das kostenlose Buch bietet ein umfassendes Themenpanorama und geht der Frage nach, welche Rolle digitale Technik in der Pflege zukünftig spielen kann, welche Chancen aber auch welche Herausforderungen dabei bestehen.

Berlin, 26. November 2019. Die Zahl älterer pflegebedürftiger Menschen wird in den kommenden Jahrzehnten weiter erheblich steigen. Gleichzeitig wächst die Pflegelücke. Zu wenige junge Menschen werden voraussichtlich auch zukünftig den Pflegeberuf ergreifen, das familiale Pflegepotenzial wird absehbar schrumpfen. Schon heute ist die Pflegekrise spürbar. Es stellt sich also die Frage, wie in Zukunft eine sichere und gute pflegerische Versorgung gewährleistet werden soll.

Zur Bewältigung dieser Herausforderung beizutragen, haben digitale Anwendungen relevantes Potenzial. Doch es gibt auch Stimmen, für die zugewandte Pflege und sachliche Technik nicht zusammenpassen. Im Pflege-Diskurs ist darum oft Verunsicherung zu spüren. Gleichzeitig sind Pflegefachleute, wie andere Gesundheitsberufe auch, dringend gefragt, das Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen maßgeblich mitzugestalten.

Der ZQP-Report bietet darum eine Einführung zum Thema digitale Technik in der Pflege. Dabei stehen auch folgende Aspekte im Mittelpunkt: Welche Unterstützungssysteme gibt es heute – und wie könnte die Pflege der Zukunft aussehen? Was ist dabei ethisch zu bedenken? Wie stehen Pflegefachleute und Bevölkerung zum Technikeinsatz in der Pflege? Welche Kompetenzen und Partizipationsräume brauchen sie?

Zu Annäherungen an diese Fragen tragen aktuelle Studienergebnisse, Analysen und Einschätzungen von Expertinnen und Experten im ZQP-Report bei: Forschungsergebnisse aus einem Kooperationsprojekt von Charité – Universitätsmedizin und ZQP beleuchten etwa, wieweit technische Unterstützungssysteme in der professionellen Pflege verbreitet sind und wie Pflegefachleute über deren Einsatz denken. Zudem stellt eine ZQP-Analyse dar, welche Chancen und Probleme die Bevölkerung beim Thema Digitalisierung in der Pflege sieht.

Über die Bedeutung digitaler Kompetenzen in der Pflegeausbildung klärt Prof. Dr. Ursula Hübner von der Hochschule Osnabrück und Mitautorin der Empfehlung der Fachgesellschaften zu digitalen Kernkompetenzen in Pflegeberufen auf.

Prof. Dr. Claudia Müller von der Kalaidos Fachhochschule Schweiz und Mitglied der Achten Altersberichtskommission erklärt, warum pflegebedürftige Menschen und Pflegende stärker in den Entwicklungsprozess von digitalen Anwendungen einbezogen werden müssen – aber auch, warum das nicht immer einfach ist.

Wie die Pflegepraxis 2050 aussehen könnte, wenn die heute bereits existierenden Technologien vollständig entwickelt wären, skizzieren Expertinnen und Experten des Oldenburger Informatikinstituts OFFIS.

Prof. Dr. Sami Haddadin, Direktor der Munich School of Robotics and Machine Intelligence, erläutert im Interview unter anderem, warum Roboterassistenten als Alltagshelfer in einigen Jahren so selbstverständlich sein werden wie unsere heutigen Haushaltsgeräte und wie ein sicherer Einsatz gewährleistet werden kann.

Worum es sich bei sozialen und emotionalen Robotern überhaupt handelt, welche Geräte bereits heute zur Verfügung stehen und welche Erfahrungen im Einsatz gemacht wurden, beschreibt Prof. Dr. Barbara Klein, Sprecherin des Forschungszentrums „FUTURE AGING“ an der Frankfurt University of Applied Sciences.

Welche ethischen Herausforderungen sich aus dem Einsatz digitaler Technik in der Pflege ergeben, beleuchten die Medizinethikerin und Vorsitzende des Europäischen Ethikrates Prof. Dr. Christiane Woopen und der Gesundheitsökonom Marc Jannes – beide von der Universität Köln.

PD Dr. Urs-Vito Albrecht, Leiter der Arbeitsgruppe MedAppLab am Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik an der Medizinischen Hochschule Hannover, ordnet ein, wofür professionell Pflegende Pflege-Apps einsetzen können, wie Pflegebedürftige sie nutzen können und was die wichtigsten Qualitätskriterien sind.

Der Report kann kostenlos über die Webseite des ZQP bestellt und als PDF-Datei direkt heruntergeladen werden: www.zqp.de/bestellen

Quelle: Pressemitteilung vom 26.11.2019
KONTAKT FÜR ANFRAGEN

Torben Lenz
Telefon: 030 2759 395 15
E-Mail: presse@zqp.de
https://www.zqp.de/report-pflege-technik/
https://www.zqp.de/wp-content/uploads/Z ... echnik.pdf
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Digitale Hilfen für Pflegebedürftige ermöglichen

Beitrag von WernerSchell » 07.01.2020, 10:20

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Digitale Hilfen für Pflegebedürftige ermöglichen
vzbv veröffentlicht Faktenblatt zur Digitalisierung in der Pflege


Die Pflege soll digitaler werden. Pflegeroboter oder digitale Assistenzsysteme können Pflegende entlasten und auf Wunsch Verbraucherinnen und Verbraucher mit Pflegebedarf mehr Selbstständigkeit und Sicherheit im eigenen Zuhause ermöglichen. Die Kosten solcher Anwendungen stellen jedoch eine enorme finanzielle Belastung für Pflegebedürftige dar und müssen in der Regel bislang selbst bezahlt werden.

Die wichtigsten Informationen und Forderungen zum Thema hat der vzbv in einem zweiseitigen Faktenblatt zusammengefasst.
>> Klicken Sie hier, um das Faktenblatt direkt als pdf-Datei herunterzuladen > https://newsletter.vzbv.de/d/d.pdf?o00d ... hhs3tjyq30


Quelle: Pressemitteilung vom 07.01.2020
Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)
Pressestelle
Rudi-Dutschke-Straße 17
10969 Berlin
Tel.: (030) 25 800-525
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Digitalisierung in der Pflege - Wie Software im Heim den Alltag erleichtert

Beitrag von WernerSchell » 11.03.2020, 07:15

Ärzte Zeitung vom 11.03.2020:
Digitalisierung in der Pflege
Wie Software im Heim den Alltag erleichtert

Vor Ort-Besuch im Pflegeheim. Der Nutzen der Digitalisierung liegt nicht in der Robotik. Mehrwert schafft die Software. ... (weiter lesen unter) ... > https://nlcontent.aerztezeitung.de/d-re ... &tags=test
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Verbändebündnis fordert nationalen Strategieplan zur Digitalisierung in der Pflege

Beitrag von WernerSchell » 04.08.2020, 08:43

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Verbändebündnis fordert nationalen Strategieplan zur Digitalisierung in der Pflege

• Sechs Verbände aus dem Gesundheits- und Sozialwesen haben sich zusammengeschlossen, um die Digitalisierung in der Pflege voranzubringen.
• In einem Grundsatzpapier benennt das Bündnis vier konkrete Handlungsfelder, die politisch Priorität haben müssen. Übergeordnete Forderung ist ein nationaler Strategieplan zur Digitalisierung in der Pflege.


Berlin. Vom steigenden Bedarf an Pflegedienstleistungen bis hin zum Fachkräftemangel – die Herausforderungen des demografischen Wandels treten im Pflegebereich schon heute deutlich zutage. Digitale Lösungen bieten ein großes Potenzial bei der Bewältigung dieser Aufgaben. Sie können das Pflegepersonal von bürokratischen Tätigkeiten entlasten, eröffnen den Pflegebedürftigen neue Chancen der Teilhabe und erhöhen die Qualität und Sicherheit. Bislang bremsen ungeklärte rechtliche, technische und ökonomische Fragen die Digitalisierung in diesem Bereich jedoch aus.

Um die Entwicklung voranzutreiben, hat sich das neue Verbändebündnis „Digitalisierung in der Pflege“ (getragen von bvitg e. V., DEVAP e. V., DPR e. V., FINSOZ e. V., vediso e. V. und VdDD e. V) gegründet und zentrale Handlungsfelder in einem gemeinsamen Grundsatzpapier zusammengefasst:

Strategische Weichenstellungen für die Zukunft
Um den nachhaltigen und umfassenden Wandel der Pflegeversorgung nutzenstiftend zu gestalten, sprechen sich die Verbände für einen koordinierten Ansatz bei der Digitalisierung der Pflege aus. Zentrales Ziel muss die Erarbeitung eines nationalen Strategieplans sein. Ausgearbeitet werden könnte dieser von einem Kompetenzzentrum analog zum Health Innovation Hub (hih) des Bundesgesundheitsministeriums. Dieses kann darüber hinaus die Digitalisierung unter Einbeziehung aller beteiligten Gruppen konzeptionell und koordinierend unterstützen. Bestandteil dieser Organisationseinheit wäre ein interdisziplinäres Expertengremium, das aufbauend auf einer Erhebung des Digitalisierungsgrads verbindliche Standards und Leitlinien erarbeitet.

Technische Infrastruktur und Innovationen
Begleitet werden muss diese Strategie laut dem Grundsatzpapier von einem entschlossenen Ausbau der zugrundeliegenden Infrastruktur: vom Breitbandausbau über ein Mobilfunknetz, mindestens im 4G-Standard, bis hin zur technischen Ausstattung in den Einrichtungen selbst. Um mehr Anreize für Innovationen zu schaffen, schlagen die Verbände darüber hinaus die Einrichtung eines zentralen Innovationsfonds für digitale Innovationen in der Pflege vor. Dieser könnte deutlich einfacher und unbürokratischer als bisher Einrichtungen bei der Einführung neuer Technologien unterstützen. Ein besonderer Schwerpunkt sollte dabei auf Telemedizin und Telepflege und Smart-Homecare-Lösungen liegen, da diese besonders große Mehrwerte versprechen.

Refinanzierung von Investitionen und personellen Ressourcen
Die Digitalisierung der Pflege wird aus Sicht des Bündnisses nur dann an Fahrt aufnehmen, wenn die gesetzlichen Regelungen zur Refinanzierung der Pflegeeinrichtungen angepasst bzw. ergänzt werden. In angemessenem Umfang zu refinanzieren sind demnach Investitionen in die digitale Infrastruktur (beispielsweise in die Vernetzung von Gebäuden oder den Erwerb von Endgeräten), die aus der Digitalisierung resultierenden Betriebskosten (beispielsweise Wartungsgebühren und neue Lizenzierungsmodelle) sowie vor allem die personellen Ressourcen, die nötig sind, um die Potenziale der Digitalisierung auch tatsächlich zu heben. Veraltete Kostenrichtwerte der Förderbehörden bzw. Kostenträger seien anzupassen.

Digitale Kompetenzen und Teilhabe fördern
Für einen langfristigen Erfolg der Digitalisierung betonen die Verbände die zentrale Rolle der Akzeptanz und damit eine durchgehende Einbindung aller an der Pflegeversorgung Beteiligten. Daher muss aus Sicht des Bündnisses der Aufbau digitaler Kompetenzen stärker als bisher in die pflegerischen Ausbildungs-Curricula integriert und auch später durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungen befördert werden. Darüber hinaus sind auch ganz neue Tätigkeitsprofile und Berufsbilder denkbar – etwa in Form eines „Pflege-Digital-Begleiters“ als Vermittler zwischen Pflegenden und IT. Die Möglichkeiten einer Aus-, Fort- bzw. Weiterbildung mit Hilfe digitaler Methoden sollten bei all diesen Maßnahmen konsequent mitgedacht werden.

Über das Bündnis „Digitalisierung in der Pflege“
Um die Digitalisierung auch in der Pflege in Deutschland voranzubringen, haben sich sechs Verbände aus dem Gesundheits- und Sozialwesen zum Bündnis „Digitalisierung in der Pflege“ zusammengeschlossen. Übergeordnete Forderung ist ein Kompetenzzentrum sowie ein nationaler Strategieplan zur Digitalisierung der Pflege.

Das Bündnis setzt sich zusammen aus dem Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) und dem Verband diakonischer Dienstgeber in Deutschland (VdDD) als Initiatoren sowie dem Deutschen Pflegerat (DPR), dem Deutschen Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP), dem Fachverband Informationstechnologie in Sozialwirtschaft und Sozialverwaltung (FINSOZ) und dem Verband für Digitalisierung der Sozialwirtschaft (Vediso). Weitere Informationen sowie das gemeinsame Grundsatzpapier finden Sie auf den Internetseiten der Verbände.

Pressekontakte:
Valentin Willaredt (bvitg), Tel. +49 30 206 22 58 -18, E-Mail: presse@bvitg.de
Alexander Wragge (VdDD), Tel. +49 30 88 47 170 -17, E-Mail: alexander.wragge@v3d.de

Inhaltliche Ansprechpartner:
Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg e. V.)
Download: bvitg.de/publikationen
Ansprechpartner: Thomas Möller, Referent Politik
Tel. +49 30 206 22 58-15, E-Mail: presse@bvitg.de

Deutscher Evangelischer Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP e.V.)
Download: devap.de/unsere-positionen
Ansprechpartnerin: Anna Leonhardi, Geschäftsführerin
Tel. +49 30 830 01 277, E-Mail: leonhardi@devap.de

Deutscher Pflegerat (DPR e.V.)
Download: deutscher-pflegerat.de/positionen
Ansprechpartnerinnen:
Irene Maier, Vizepräsidentin
Tel. +49 30 398 77 303, E- Mail: i.maier@deutscher-pflegerat.de
Dr. Ute Haas, Leitung der Geschäftsstelle
Tel. +49 30 398 77 303, E-Mail: u.haas@deutscher-pflegerat.de

Fachverband Informationstechnologie in Sozialwirtschaft und Sozialverwaltung (FINSOZ e.V.)
Download: finsoz.de/downloads
Ansprechpartnerin: Thordis Eckhardt, Geschäftsführerin
Tel: +49 30 420 84 513, E-Mail: thordis.eckhardt@finsoz.de

Verband für Digitalisierung der Sozialwirtschaft (Vediso e.V.)
Download: vediso.de/standpunkte
Ansprechpartnerin: Sarah Theune, Vorständin
Tel: +49 0151 538 132 26, E-Mail: s.theune@vediso.de

Verband der diakonischen Dienstgeber Deutschlands (VdDD e.V.)
Download: v3d.de/unsere-positionen
Ansprechpartner: Rolf Baumann, stv. Geschäftsführer
Tel: +49 30 884 71 70 12, E-Mail: rolf.baumann@v3d.de

Zum Deutschen Pflegerat e.V. (DPR):
Der Deutsche Pflegerat e.V. wurde 1998 gegründet, um die Positionen der Pflegeorganisationen einheitlich darzustellen und deren politische Arbeit zu koordinieren. Darüber hinaus fördert der Zusammenschluss aus 16 Verbänden die berufliche Selbstverwaltung. Als Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und Hebammenwesens und Partner der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen vertritt der Deutsche Pflegerat heute die insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten der Pflege. Über die berufliche Interessensvertretung hinaus ist der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.
Präsident des Deutschen Pflegerats ist Dr. h.c. Franz Wagner. Vize-Präsidentinnen sind Irene Maier und Christine Vogler.

Mitgliedsverbände:
Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V. (ADS); AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG); Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (BLGS); Bundesverband Geriatrie e.V. (BVG); Bundesverband Pflegemanagement e.V.; Deutscher Hebammenverband e.V. (DHV); Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland e.V. (BeKD); Bundesfachvereinigung Leitender Krankenpflegepersonen der Psychiatrie e.V. (BFLK); Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V. (DBfK); Deutsche Gesellschaft für Endoskopiefachberufe e.V. (DEGEA); Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V. (DGF); Deutscher Pflegeverband e.V. (DPV); Katholischer Pflegeverband e.V.; Verband der Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz e.V. (VdS); Verband für Anthroposophische Pflege e.V. (VfAP) und Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätsklinika e.V. Deutschland (VPU).



Siehe auch unter >>> https://deutscher-pflegerat.de/2020/08/ ... und-vedis/
Download Grundsatzpapier >>> https://deutscher-pflegerat.de/wp-conte ... 200804.pdf
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
https://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
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Wenig Einfluss, wenig Beteiligung? IAT: Ansatzpunkte für mehr Mitbestimmung im digitalen Wandel der Altenpflege

Beitrag von WernerSchell » 17.08.2020, 10:51

Institut Arbeit und Technik
der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen – Bocholt – Recklinghausen
Pressemitteilung vom 17.08.2020


Wenig Einfluss, wenig Beteiligung? IAT: Ansatzpunkte für mehr Mitbestimmung im digitalen Wandel der Altenpflege

Die Mehrheit der Betriebsrät*innen und Mitarbeitervertreter*innen in der Altenpflege ist grundsätzlich positiv gegenüber digitalen Technologien eingestellt. Die Teilnehmenden einer Befragung, die das Institut Arbeit und Technik (IAT/Westfälische Hochschule Gelsenkirchen) durchgeführt hat, sehen die Digitalisierung als wichtiges Thema und erwarten, dass Digitalisierung in ihrer Einrichtung künftig weiter an Bedeutung gewinnen wird. Doch nur rund 30 Prozent der befragten betrieblichen Interessenvertretungen positionieren „Digitalisierung“ als strategisches Thema ihrer Gremienarbeit.

Mehr digitale Technik soll in der Altenpflege Arbeitsbedingungen und Versorgungsqualität verbessern. Die betriebliche Mitbestimmungspraxis in diesem Kontext ist bislang jedoch unerforscht. In diese Lücke zielte die Befragung von Betriebs-, Personalrät*innen und Mitarbeitervertreterinnen des Instituts Arbeit und Technik. Erste Ergebnisse präsentiert ein soeben veröffentlichtes Discussion Paper. Die Themenfelder der Erhebung reichten von der Perspektive betrieblicher Interessenvertretungen auf Digitalisierung allgemein und in Bezug auf die Altenpflege im Besonderen über Praktiken betrieblicher Mitbestimmung und Arbeitsbeziehungen bis hin zu digitalisierungsrelevanten Betriebsvereinbarungen. Zudem wurden Strategien der Informations- und Wissensaneignung der Zielgruppe und ihre Perspektive auf künftige Herausforderungen erhoben.

Einführung digitaler Technik

Mehr als zwei Drittel der Befragten waren nicht informiert, ob ihre Einrichtung Mittel zur Anschaffung digitaler Technik im Rahmen des Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetzes (PpSG) abgerufen hat. Drei Viertel der Befragungsteilnehmer*innen geben an, dass das Verhältnis zum Arbeit- bzw. Dienstgeber – wenn es um die Einführung digitaler Technik geht – kooperativ oder wenigstens lösungsorientiert ist. Für ein Viertel gilt somit aber auch, dass das Verhältnis als wenig lösungsorientiert und eher konfrontativ empfunden wird. Rund 73 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Gremien „nie“ oder nur „gelegentlich“ eigene Vorschläge für neue oder die Verbesserung bestehender Anwendungen machen. Insgesamt sind betriebliche Interessenvertreter*innen eher skeptisch, ob sie die Einführung digitaler Technik beeinflussen können. Etwa 39 Prozent bezeichnen ihren Einfluss als „gering“, 49 Prozent als „mittel“. Als größte Herausforderungen werden die Entwicklung der digitalen Kompetenzen der Mitarbeiter*innen sowie die Anpassung der Technik an deren Bedarfe genannt. In den Altenheimen sind das allerdings aktuell nicht die wichtigen Themen – hier steht, neben der technischen Grundausstattung, vor allem die Verbesserung der Abläufe durch neue Geräte bzw. Anwendungen auf der Tagesordnung. Strategien und Instrumente zur Mitarbeiterbeteiligung sehen derzeit nur wenige Befragte als wichtiges Handlungsfeld. „Zeit und personelle Ressourcen für die Wissensaneignung fehlen oft – und erschweren eine mitbestimmte Digitalisierung in der Altenhilfe erheblich“, so IAT-Projektleiterin Michaela Evans, Direktorin des Forschungsschwerpunkts Arbeit und Wandel am IAT.

Mit Blick auf die unterschiedlichen Gremientypen fällt auf, dass Mitarbeitervertretungen ihren Einfluss auf betriebliche Digitalisierungsprozesse zwar insgesamt schwächer einschätzen, allerdings gibt auch ein geringerer Prozentanteil von ihnen an, dass sie nicht rechtzeitig über die Anschaffung neuer digitaler Lösungen in ihrer Einrichtung informiert werden (im Vergleich zu Betriebsräten). Die Wissensaneignung betrieblicher Interessenvertretungen erfolgt primär über kollegiale und informelle Wege, demgegenüber spielen Schulungen/Seminare derzeit eine untergeordnete Rolle. Rund 40 Prozent der Befragten geben hier an, dass Schulungen/Seminare derzeit weder erfolgt noch geplant sind.

Ansatzpunkte für mehr Mitbestimmung

Das Discussion Paper zeigt eine Reihe von Chancen für die Mitgestaltung der Digitalisierung für die Altenpflege durch betriebliche Interessenvertretungen auf. Es werden Ansatzpunkte skizziert, wie eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Mitbestimmung in der Altenpflege angegangen werden kann. Dazu zählen vor allem die Ausweitung des Schulungsanspruchs betrieblicher Interessenvertretungen, der Nachweis der Beteiligung betrieblicher Interessenvertretungen bei öffentlich geförderten digitalen Innovationsprojekten, mehr Information zu den Möglichkeiten prozeduraler Betriebsvereinbarungen sowie die Etablierung projektbegleitender Kompetenzentwicklungsangebote für betriebliche Interessenvertretungen.
Die Untersuchung wurde im Rahmen des BMAS/ESF-Projektes „DIALOGSPLUS – Branchendialog in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft in digitalisierten Arbeitswelten“ (2018/2019) durchgeführt[1]. Das Projekt wurde im ESF-Programm „Fachkräfte sichern: weiter bilden und Gleichstellung fördern“ gefördert. Das Institut Arbeit und Technik (IAT) war für die wissenschaftliche Konzeption und Begleitung des Projektes zuständig, Partner waren das Bildungswerk ver.di Niedersachsen e.V., Region Osnabrück, sowie das BiG – Bildungsinstitut im Gesundheitswesen gGmbH (Essen).

Weitere Informationen: https://www.iat.eu/discussionpapers/dow ... _20_05.pdf
Kontakt: Michaela Evans, Tel.: 0209/1707-221, evans@iat.eu; Christine Ludwig ludwig@iat.eu, Fikret Öz oez@iat.eu

Claudia Braczko
Pressereferentin
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Institut Arbeit und Technik
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Pflegeheime endlich WLAN-fähig machen

Beitrag von WernerSchell » 17.09.2020, 09:09

0708 /17. September 2020
Pressemitteilung von Pia Zimmermann


Pflegeheime endlich WLAN-fähig machen

"Die Pflegeheime werden kaputtgespart, und öffentliche Investitionen sind out. Das ist politisch fahrlässig und gefährlich für Menschen mit Pflegebedarf und die Beschäftigten", begründet Pia Zimmermann, Sprecherin für Pflegepolitik, einen Entschließungsantrag, in dem die Fraktion DIE LINKE fordert, kurzfristig Bundesmittel in Höhe von zwei Milliarden Euro für Pflegeheime zu Verfügung zu stellen. "Nicht zuletzt die Corona-Krise hat einem breiten Publikum gezeigt, was den Betroffenen schon lange klar ist: Der riesige Investitionsmangel in der Altenpflege verhindert gute Pflege, Teilhabe und Kommunikation." Zimmermann weiter:

"Gerade in Pflegeeinrichtungen fehlt es an Selbstverständlichem, und Investitionen in digitale Strukturen haben sofortige Effekte: Ein WLAN-Anschluss in jedem Pflegeheim und ein Laptop pro Station verbessern Kommunikation und Versorgung nachhaltig. Das ermöglicht Menschen mit Pflegebedarf auch in Zeiten eingeschränkter Besuchsmöglichkeiten den Kontakt zu Freunden und Familien. Dafür sind öffentliche Mittel notwendig, denn Menschen mit Pflegebedarf sind durch Eigenanteile und die Investitionskostenzulage, die sie ohnehin schon zahlen müssen, finanziell längst überfordert."

F.d.R. Susanne Müller
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