24-Stunden-Betreuung im eigenen Zuhause

Gesundheitswesen, Krankenhaus- und Heimwesen, Katastrophenschutz, Rettungsdienst, Arzneimittel- und Lebensmittelwesen, Infektionsschutzrecht, Sozialrecht (z.B. Krankenversicherung, Pflegeversicherung) einschl. Sozialhilfe und private Versorgung

Moderator: WernerSchell

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 23431
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Schwarzarbeit trägt häusliche Pflege mit

Beitrag von WernerSchell » 12.02.2019, 08:57

Ärzte Zeitung vom 12.02.2019:
Pflegewissenschaftler
Schwarzarbeit trägt häusliche Pflege mit

In der häuslichen Pflege in Deutschland sind schwarzarbeitende Betreuer aus Osteuropa längst eine wichtige Säule, betont ein Pflegewissenschaftler. Er fordert die Politik auf, sich des Themas anzunehmen. mehr » https://www.aerztezeitung.de/nl/?sid=98 ... efpuryykqr
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 23431
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Zu wenig Personal - Schwarzarbeit in der Pflege nimmt zu

Beitrag von WernerSchell » 13.02.2019, 16:49

Zu wenig Personal - Schwarzarbeit in der Pflege nimmt zu
Es ist für Familien eine sehr schwierige Situation: Ein alter Mensch kann nicht mehr alleine zuhause leben und muss deswegen betreut werden. Viele entscheiden sich dann dafür, eine Betreuungskraft dauerhaft ins Haus zu holen, meist aus Osteuropa. Denn eine 24-Stunden-Pflege über einen Pflegedienst zu organisieren, wäre einfach viel zu teuer. Das Problem dabei ist nur - die allermeisten dieser Betreuungskräfte arbeiten schwarz.
von Mareike Wiemann, MDR AKTUELL
... (weiter lesen unter) ...https://www.mdr.de/nachrichten/vermisch ... Qj5aEAHbSg
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 23431
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Das ist immer jenseits dessen, was rechtlich erlaubt ist ...

Beitrag von WernerSchell » 15.02.2019, 18:54

"Das ist immer jenseits dessen, was rechtlich erlaubt ist. Und trotzdem kümmert sich die deutsche Politik weder auf Landes- noch auf Bundesebene darum".
Pflegerechtsexperte Thomas Klie zur Situation der rund 600.000 ausländischen Betreungskräfte, die in deutschen Haushalten leben - Zitat der Woche in CAREkonkret vom 15.02.2019.

+++
Dazu passend Text aus Forum
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... 86#p102686

Buchtipp. - Sehr empfehlenswerte Veröffentlichung!

Dr. rer. pol. Bernhard Emunds, Autor
Professor für Christliche Gesellschaftsethik und Sozialphilosophie,
Leiter des Oswald von Nell-Breuning-Instituts


Damit es Oma gutgeht
Pflege-Ausbeutung in den eigenen vier Wänden

Bild

Westend Verlag, März 2016
224 Seiten, Broschur
ISBN: 978-3-86489-129-8
17,50 € / 18,00€ (A)

Pflegenotstand und kein Ende – was muss passieren?

Der Pflegenotstand in Deutschland wird für Betroffene zunehmend zur menschlichen Katastrophe. Mangels staatlicher Unterstützung sind immer mehr Familien gezwungen, Pflegekräfte aus Ost- und Mitteleuropa einzustellen, um Kosten zu sparen. Sogenannte „Live-Ins“, die rund um die Uhr in privaten Haushalten von Pflegebedürftigen leben, müssen oft unter extrem unfairen Bedingungen arbeiten. Eine Besserung ist bislang nicht in Sicht – denn zu sehr profitiert auch der deutsche Staat von dieser Ausbeutung.

Wird ein Familienmitglied zum Pflegefall, bedeutet dies oft eine Flut von Aufgaben und Problemen für Angehörige. Angesichts unterfinanzierter Pflegeheime sowie Schreckensmeldungen aus den Medien beschließen betroffene Familien immer häufiger, das eigene Zuhause zur Pflegestation zu machen – und suchen sich billige Pflegefachkräfte für die Aufgaben, die keiner machen will. Die deut­sche Politik hält, auch aus Kostengründen, am Vorrang der häuslichen Pflege fest und verschärft den desolaten Zustand sogar noch, indem sie grundlegende Schutzvorschriften, wie etwa eine Begrenzung der Arbeitszeit, außer Kraft setzt. Gewollte Ausbeutung? Bernhard Emunds prangert ein System an, in dem die Pflege älterer Menschen in ein illegales, aber von der Politik geduldetes Modell abdriftet, und zeigt mögliche Auswege aus der Pflegemisere.

Quelle und weitere Informationen:
http://www.westendverlag.de/buecher-the ... uGvYcrSmRM

+++
Am 20.03.2016 bei Facebook gepostet:
Pflegenotstand und kein Ende – was muss passieren? - Bernhard Emunds beschreibt in seinem soeben erschienenen Buch "Damit es Oma gutgeht", die unzureichenden Pflege-Rahmenbedingungen, die für Betroffene zunehmend zur menschlichen Katastrophe werden können, vor allem auch in der häusliche Pflege. Dort wird vielfach eine "24-Stunden-Pflege" angestrebt. Der Autor prangert ein System an, in dem die Pflege älterer Menschen in ein illegales, aber von der Politik geduldetes Modell abdriftet, und zeigt mögliche Auswege aus der Pflegemisere. > http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =3&t=21560 Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk macht bei dieser Gelegenheit nochmals auf die Notwendigkeit zur Gestaltung von sorgenden Gemeinschaften im Rahmen von kommunalen Quartierskonzepten aufmerksam: > http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =4&t=21121 (Musterprojekt Neuss-Erfttal).

+++
Das Buch fand beim Neusser Pflegetreff am 27.04.2016 und bei der Vortragsveranstaltung in der VHS Neuss am 02.05.2016 Erwähnung!

+++
Aus Forum:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... 802#p97802

"test", Zeitschrift der Stiftung Warentest, berichtet in der Mai-Ausgabe 2017 u.a. zum Thema:

"Trautes Heim, da will ich sein - Helferinnen aus dem Osten"
"Pflege zu Hause - Ein anderer Weg."


Bild

Rundum versorgt dank osteuropäischer Betreuungskraft. So lautet das Werbeversprechen von Vermittlungsagenturen. Sie kooperieren in aller Regel mit Partnerfirmen in Ländern wie Polen, Bulgarien, Rumänien, die Personal rekrutieren und nach Deutschland schicken. Wir haben 13 bundesweit tätige Vermittlungsagenturen getestet – und deckten einige Schwachstellen auf. Wer die Agenturen nutzt, handelt nicht illegal. Er sollte aber ein paar Dinge beachten.
Näheres unter > https://www.test.de/Pflege-zu-Hause-Die ... 5170957-0/

+++
Siehe auch:
Pflege daheim: Angehörige wenden im Schnitt rund 50 Stunden pro Woche auf, gesetzliche Pflegezeit noch wenig genutzt. Studie der Heinrich-Böckler-Stiftung informiert!
>>> http://www.wernerschell.de/forum/neu/vi ... =3&t=22158
Dateianhänge
Pflege_geringe Wertschätzung_CARE2017.JPG
Pflege_geringe Wertschätzung_CARE2017.JPG (127.11 KiB) 3552 mal betrachtet
Spahn_Platte_Bild.jpg
Spahn_Platte_Bild.jpg (105.44 KiB) 3552 mal betrachtet
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 23431
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Verbraucherzentralen prüfen Verträge der „24-Stunden-Betreuung

Beitrag von WernerSchell » 01.04.2019, 08:07

In geschätzten 300.000 Haushalte in Deutschland sind über ein Jahr gesehen rund 700.000 Betreuungskräfte aus Osteuropa tätig. Dass in diesem Bereich von einem grauen Markt gesprochen wird, liegt jedoch nicht daran, dass es sich hierbei per se um eine illegale Dienstleistung handelt, sondern vielmehr an mangelnder Transparenz und Unwissenheit vieler Akteure.


Die Verbraucherzentralen Brandenburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen wollen hier nun Abhilfe schaffen und widmen sich im Rahmen des Projekts „Verbraucherschutz im Grauen Pflegemarkt stärken“ den Verträgen der so genannten „24-Stunden-Betreuung“ und informieren Verbraucher zu rechtlichen Problemen.

Dazu sammeln die Verbraucherschützer Verträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern, um sie auf Risiken und rechtliche Fallstricke hin zu untersuchen. Zusätzlich haben die Verbraucherzentralen ein Info-Telefon geschaltet. Hintergrund ist, dass die Themen Pflege und Betreuung, insbesondere die häusliche sogenannte „24-Stunden-Betreuung“ durch zumeist osteuropäische Betreuungskräfte, zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Denn diese Versorgungsform im häuslichen Umfeld ist rechtlich weitgehend unreguliert, was nicht bedeutet, dass sie pauschal illegal ist. Dennoch haben Verbraucher ein großes Informationsbedürfnis.

Hausengel begrüßen dieses Projekt

Die Hausengel Holding AG, einer der größten Anbieter der Betreuung in häuslicher Gemeinschaft (sogenannte „24-Stunden-Betreuung“) sowie Betreiber von elf ambulanten Pflegediensten, befürwortet das Projekt der Verbraucherzentralen ausdrücklich: „Das größte Problem unsere Branche sind Schwarzarbeit, mangelnde Transparenz und Rechtsunsicherheit. Die Verbraucher intensiv aufzuklären und ihnen Unterstützung anzubieten ist absolut sinnvoll und in vielen Fällen auch dringend notwendig. Ich möchte alle Verbraucher aber auch Agenturen dazu aufrufen, Verträge an die Verbraucherzentrale zu senden und sich intensiv beraten zu lassen“, bekräftigt Simon Wenz, Vorstandsvorsitzender der Hausengel Holding AG, die Zielsetzung des Projekts.

Das Projekt beleuchtet, auf welche Probleme Familien bei der Organisation und Gestaltung der häuslichen „24-Stunden-Betreuung“ treffen können und wie sie diese gegenwärtig lösen. Ein Info-Telefon und Marktuntersuchungen sind Teile des Projekts: Am Info-Telefon können sich Pflegebedürftige und ihre Angehörigen über Rechte bei Verträgen und allgemein zur „24-Stunden-Betreuung“ informieren.
Sie erreichen das Info-Telefon montags und dienstags von 10:00 bis 14:00 Uhr sowie mittwochs von 14:00 bis 18:00 Uhr unter 030-54 44 59 68.
Die Verbraucherzentralen rufen außerdem dazu auf, Verträge zur häuslichen „24-Stunden-Pflege“einzusenden. Sie können an folgende Adressen übermittelt werden:
Per E-Mail: mail@pflegevertraege.de
Per Fax: 0331-298 71 77 | Verbraucherzentrale Brandenburg
Per Post: Verbraucherzentrale Brandenburg | „Grauer Pflegemarkt“, Babelsberger Str. 18 | 14473 Potsdam

Nach dem Grundsatz „rundum versorgt“ bieten die Hausengel bereits seit 2005 sowohl ambulante Fachpflege als auch sogenannte „24-Stunden-Betreuung“ im eigenen Zuhause. An mittlerweile elf Standorten in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern bietet die Hausengel GmbH ambulante Kranken- und Altenpflege. Betreuung in häuslicher Gemeinschaft (sogenannte „24-Stunden-Betreuung“) bietet das Unternehmen bundesweit an. Die eigene Unternehmensstruktur in Osteuropa mit Standorten in Polen, Ungarn, Rumänien, Litauen, Bulgarien und Kroatien sichert den hohen Qualitätsanspruch der Unternehmensgruppe. Die Hausengel Akademie, der hauseigene Weiterbildungsträger, an dem alle Hausengel-Betreuungskräfte ausgebildet werden, ist nach den AZAV-Richtlinien der Bundesagentur für Arbeit zertifiziert und bietet als bisher einziges Unternehmen der Branche die IHK-Ausbildung „Betreuungskraft im häuslichen Umfeld“ an. Hausengel ist Gründungsmitglied des Verbands für häusliche Betreuung und Pflege (VHBP e.V.), der sich für einheitliche Qualitätsstandards in der häuslichen Versorgung einsetzt, sowie der Bundesarbeitsgemeinschaft ausländische Pflegekräfte (BAGAP), die den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung rund um die Themen zur Rekrutierung und Beschäftigung ausländischer Pflegekräfte fördert.
presse@hausengel.de

Quelle: Mitteilung vom 01.04.2019
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 23431
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Erster bundesweit einheitlicher Qualitätsstandard für die „24-Stunden-Betreuung“|

Beitrag von WernerSchell » 03.10.2019, 07:38

Hausengel Holding AG
Unternehmenskommunikation

Erster bundesweit einheitlicher Qualitätsstandard für die „24-Stunden-Betreuung“| DIN-Standard wird in Zusammenarbeit mit Hausengel entwickelt

Schätzungen zufolge sind innerhalb eines Jahres ca. 700.000 Betreuungskräfte aus Osteuropa in rund 300.000 deutschen Haushalten tätig. In diesem Bereich wird häufig von einem grauen Markt gesprochen. Das liegt vor allem daran, dass bei der Vermittlung von Betreuungskräften aus dem Ausland oftmals wenig Transparenz darüber herrscht, auf welcher rechtlichen Grundlage die Betreuungskraft tätig ist und welche Qualifikationen sie in Bezug auf Betreuungskompetenzen, persönlichen Eignungskriterien und Vertrauenswürdigkeit mitbringt.

Juliane Bohl, Vorstandsmitglied der Hausengel Holding AG und Mitwirkende im Expertengremium der DIN.
Das wird sich nun zukünftig ändern. Das Deutsche Institut für Normung e. V. (DIN) erarbeitet derzeit eine Neue DIN SPEC für die Vermittlung osteuropäischer Betreuungskräfte. Seit der ersten Sitzung des Expertengremiums sind auch die Hausengel, der größter Vermittler selbständiger Betreuungskräfte, mit dabei. Entwickelt wird eine Norm, mit der maßgebliche Rahmenbedingungen hinsichtlich Information, Beratung und Vermittlung sowie der eigentlichen Dienstleistungserbringung definiert werden. Damit wird erstmalig ein Standard geschaffen, nach dem sich zukünftig alle Anbieter aber auch betroffene Familien und Betreuungskräfte richten können und sollen.


Transparenz und Qualifikation als Schlüssel

„Selbstverständlich arbeiten wir sehr gerne in dem Ausschuss für die Erstellung dieses neuen Standards mit. Bereits seit Jahren stellen wir Qualifikation der Betreuungskräfte Transparenz in den Fokus unserer Bemühungen: Als einziger Anbieter der Branche qualifizieren wir die Betreuungskräfte an unserer eigenen staatlich anerkannten Akademie mit IHK-Abschluss. Wir sind auch die einzigen, die über mehrere zugelassene ambulante Pflegedienste verfügen, über deren Strukturen wir eine professionelle Qualitätssicherung garantieren können. Bei der neuen DIN SPEC werden Anforderungen zur Auswahl häuslicher Betreuungskräfte festgelegt und Kriterien zur Sicherung der Qualität aufgestellt. Genau an diesen Themen arbeiten wir seit Jahren“, sagt Juliane Bohl, Vorstandsmitglied der Hausengel Holding AG sowie Mitglied im Expertengremium dieses Branchenstandards der DIN.

Mit der zukünftigen DIN SPEC (PAS) 33454 werden Anforderungen aufgestellt, die den Angehörigen und den zu betreuenden Personen mehr Orientierung, Transparenz und Vergleichbarkeit bei deren Suche nach ausländischen Betreuungskräften geben. Diese Spezifikation soll für alle Vermittlungsagenturen, die Betreuungskräfte an Familien in Deutschland vermitteln, gelten. Zudem wird sich die Verbraucherratsvertretung für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit in der Verbraucherinformation einsetzen. Die Projektlaufzeit beträgt ca. 12 Monate. Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie auch auf der Seite der DIN: https://www.din.de/de/ueber-normen-und- ... en--334184

Nach dem Grundsatz „rundum versorgt“ bieten die Hausengel bereits seit 2005 sowohl ambulante Fachpflege als auch sogenannte „24-Stunden-Betreuung“ im eigenen Zuhause. An acht Standorten in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern bietet die Hausengel GmbH ambulante Kranken- und Altenpflege. Betreuung in häuslicher Gemeinschaft (sogenannte „24-Stunden-Betreuung“) bietet das Unternehmen bundesweit an. Die eigene Unternehmensstruktur in Osteuropa mit Standorten in Polen, Ungarn, Rumänien, Litauen, Bulgarien und Kroatien sichert den hohen Qualitätsanspruch der Unternehmensgruppe. Die Hausengel Akademie, der hauseigene Weiterbildungsträger, an dem alle Hausengel-Betreuungskräfte ausgebildet werden, ist nach den AZAV-Richtlinien der Bundesagentur für Arbeit zertifiziert und bietet als bisher einziges Unternehmen der Branche die IHK-Ausbildung „Betreuungskraft im häuslichen Umfeld“ an. Hausengel ist Gründungsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft ausländische Pflegekräfte (BAGAP), die den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung rund um die Themen zur Rekrutierung und Beschäftigung ausländischer Pflegekräfte fördert.

Quelle: Pressemitteilung vom 02.10.2010
Juliane Bohl, Vorstandsmitglied der Hausengel Holding AG und Mitwirkende im Expertengremium der DIN.
presse@hausengel.de

Attachments
PDF-Dokument zum Download Download PDF > https://cache.pressmailing.net/content/ ... 25b/Erster Qualit%C3%A4tsstandard f%C3%BCr 24-Stunden-Betreuung.pdf
Word-Dokument zum Download Download DOCX > https://cache.pressmailing.net/content/ ... 271/Erster Qualit%C3%A4tsstandard f%C3%BCr 24-Stunden-Betreuung.docx
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 23431
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Hausengel im Kampf gegen Corona: Spargel wichtiger als Pflege?

Beitrag von WernerSchell » 23.03.2020, 18:01

Hausengel im Kampf gegen Corona: Spargel wichtiger als Pflege?

Die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland und Europa treffen pflegebedürftige Menschen in Deutschland besonders hart. Während die Versorgungslage zum derzeitigen Zeitpunkt noch relativ stabil ist, machen sich Pflegebedürftige, Angehörige und Betreuungskräfte angesichts der sehr dynamischen Lage Sorgen um die zukünftige Versorgungssituation – und fordern mehr Unterstützung durch die Politik.

„Ist es nicht beschämend, dass in der öffentlichen Darstellung primär darüber diskutiert wird, wer denn nun den Spargel ernten soll? Sollte es nicht viel relevanter sein, wie die Versorgung von rund 300.000 Haushalten, die eine Betreuungskraft aus Osteuropa beschäftigen, sichergestellt werden kann?“, ärgert sich Juliane Bohl, Mitglied des Vorstandes der Hausengel Holding AG. Die Corona-Krise hat erhebliche Auswirkungen auf die vielen in Privathaushalten tätigen Betreuungskräfte aus Osteuropa sowie die Familien, die eine solche Betreuungskraft beschäftigen. Derzeit ist die Lage zumindest bei Hausengel noch nicht dramatisch, die Bestandskunden sind gut versorgt, bei einigen Wettbewerbern stellt sich die Situation bereits als existenzbedrohend dar. Sollte sich die Situation weiter verschärfen, so dass Betreuungskräfte abreisen müssen aber kein Wechselpartner einreisen kann, kann die ambulante Versorgung nicht mehr sichergestellt werden. „Die betroffenen Familien sind verzweifelt, weil sie für ihre pflegebedürftigen Angehörigen weder eine Betreuungskraft noch einen ambulanten Pflegedienst finden. Und auch die stationären Einrichtungen haben Aufnahmestopp. Bereits heute sind pflegende Angehörige überfordert und der Staat kann und sollte sich nicht darauf verlassen, dass alles in familiären Strukturen aufgefangen werden kann.“, erklärt Bohl die aktuelle Lage.

Hausengel fordert Politik zum Handeln auf
Durch die bereits bestehenden und noch anstehenden Grenzschließungen können immer weniger Betreuungskräfte nach Deutschland kommen bzw. reisen erst gar nicht an, weil sie Sorge haben, dass sie nur noch unter erschwerten Bedingungen in ihr Heimatland zurückkehren können. Hausengel fordert die Bundesregierung auf, für Betreuungskräfte, die zum Arbeiten nach Deutschland kommen, eine praxisnahe und schnelle Regelung zu finden. Egal, aus welchem Land sie stammen. Dabei ist es nicht damit getan, den Betreuungskräften eine Erlaubnis auszustellen. Sie sind auf Transportunternehmen angewiesen, da sie meist nicht mit einem eigenen PKW anreisen. Die Personenbeförderung muss für Betreuungskräfte aus Osteuropa sowohl innerhalb Deutschlands als auch grenzüberschreitend sichergestellt werden.

Darüber hinaus ist auch die Versorgung mit Schutzmaterialien wie Handschuhen, Desinfektionsmitteln und Masken für Betreuungskräfte ebenfalls zwingend erforderlich. Die Beschaffung dieser notwendigen Materialen ist derzeit schwierig oder nur zu hohen Preisen möglich. Bei der geplanten zentralen Versorgung mit diesen Schutzmaterialien müssen zwingend auch Betreuungskräfte aus Osteuropa bedacht werden.

Betreuungskräfte leisten systemrelevanten Beitrag zur Versorgung in Deutschland
Bohl weist auf die Dringlichkeit der Lage hin: „Uns ist bewusst, dass die momentane Situation die gesamte Bundesregierung vor herausfordernde Aufgaben stellt. Dennoch möchten wir darauf aufmerksam machen, dass diese Betreuungskräfte einen wesentlichen Beitrag zur ambulanten Versorgung in Deutschland leisten, rund 300.000 Haushalte sind auf diese Versorgungsform angewiesen. Auch die ambulanten Dienste können dies nicht abfedern, im Gegenteil. Auch sie werden durch die Kräfte aus dem Ausland entlastet, was gerade in der momentanen Situation essentiell ist.“ Die aktuelle Situation zeigt, dass Betreuungskräfte aus Osteuropa einen signifikanten Beitrag zur Versorgung in Deutschland leisten.
Diese Nachricht einer von Hausengel versorgten Familie zeigt beispielhaft, wie sich pflegende Angehörige in dieser Situation fühlen: „Jahrzehntelang war die Politik erleichtert darüber, dass viele Familien ihre alten Angehörigen privat pflegen ließen. Dadurch wurden die offiziellen Pflegeheime nicht noch mehr beansprucht. Zurzeit werden diese Familien jedoch völlig im Stich gelassen. Der Ein-/Ausweg für polnische und anders-nationale Pflegekräfte muss unbedingt erhalten bleiben! Außerdem muss auch auf diejenigen Familien und deren finanzielle Unterstützung aufmerksam gemacht werden, die - wenn sie mal ohne "Polin" sind - ihre kranken Senioren allein pflegen. Die Pflegeheime nehmen ja zurzeit kaum noch oder gar keine neuen Bewohner auf. Auch diese Familien müssen finanziell unterstützt werden."

Hausengel ist sich gesellschaftlicher und unternehmerischer Verantwortung bewusst
Hausengel hat bereits seit einigen Wochen Vorkehrungen und Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um auf die Entwicklungen der Corona-Krise angemessen reagieren zu können „Für unsere Betreuungskräfte haben wir Notfallpläne erstellt. Viele von ihnen verlängern Ihren Auftrag bewusst, um länger in Deutschland zu bleiben. Vor allem auch, da sie durch uns über eine deutsche, private Krankenversicherung verfügen, die selbstverständlich auch Behandlungen in Folge einer Corona-Infektion abdecken. Da wir auch mehrere ambulante Pflegedienste in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern betreiben, verfügen wir über die nötige Fachkompetenz und stehen allen Betreuungskräften und Familien für eventuelle Fragen, sowie proaktive Aufklärung zur Verfügung.“, so Bohl. Auch für die Hausengel-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter aus den Büros wurden Home-Office-Maßnahmen umgesetzt um, im Falle einer möglichen Quarantäne, als Ansprechpartner für Familien und Betreuungskräfte erreichbar zu bleiben. „Wir verfolgen aufmerksam die Auswirkungen des COVID-19-Ausbruchs sowie die offiziellen Maßnahmen und Leitlinien der zuständigen Ministerien. Die Gesundheit aller Beteiligten und die Aufrechterhaltung einer stabilen Versorgungslage hat für uns oberste Priorität. Dafür braucht es allerdings auch die politischen und strukturellen Rahmenbedingungen. Gerade zum Schutz derer, die momentan am stärksten darauf angewiesen sind, nämlich ältere und pflegebedürftige Mitbürgerinnen und Mitbürger, bedarf es einer schnellen und unkomplizierten Lösung.", fasst Bohl die Lage zusammen.

Nach dem Grundsatz „rundum versorgt“ bieten die Hausengel bereits seit 2005 sowohl ambulante Fachpflege als auch sogenannte „24-Stunden-Betreuung“ im eigenen Zuhause. An sieben Standorten in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern bietet die Hausengel GmbH ambulante Kranken- und Altenpflege. Betreuung in häuslicher Gemeinschaft (sogenannte „24-Stunden-Betreuung“) bietet das Unternehmen bundesweit an. Die eigene Unternehmensstruktur in Osteuropa mit Standorten in Polen, Ungarn, Rumänien, Litauen, Bulgarien und Kroatien sichert den hohen Qualitätsanspruch der Unternehmensgruppe. Die Hausengel Akademie, der hauseigene Weiterbildungsträger, an dem alle Hausengel-Betreuungskräfte ausgebildet werden, ist nach den AZAV-Richtlinien der Bundesagentur für Arbeit zertifiziert und bietet als bisher einziges Unternehmen der Branche die IHK-Ausbildung „Betreuungskraft im häuslichen Umfeld“ an. Hausengel ist Gründungsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft ausländische Pflegekräfte (BAGAP), die den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung rund um die Themen zur Rekrutierung und Beschäftigung ausländischer Pflegekräfte fördert.

Quelle: Pressemitteilung vom 23.03.2020
Kontakt: Hausengel Holding AG | Iris Merkel | Tulpenweg 1 | 35085 Ebsdorfergrund | iris.merkel@hausengel.de | Tel.: +49 (0) 6424 928 37 148 | Mobil: +49 1590 646 67 61
presse@hausengel.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 23431
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Häusliche Pflege vor dem Kollaps? ...

Beitrag von WernerSchell » 24.03.2020, 18:42

Der Verband für häusliche Betreuung und Pflege (VHBP) hat angemahnt, dass ab Ostern 100.000 bis 200.000 Menschen schrittweise nicht mehr versorgt sein werden. Bernd Riexinger, Vorsitzender der Partei DIE LINKE, dazu:

"Das Desaster, dass sich in den nächsten Wochen in der häuslichen Pflege abspielen wird, ist die direkte Folge aus einer total verfehlten Pflegepolitik der letzten 20 Jahre. Denn die völlig unzureichende Finanzierung der Pflege hat zu extrem prekären Beschäftigungsverhältnissen geführt.

Das führt jetzt dazu, dass viele der Arbeitskräfte, die aus Osteuropa unter mehr oder weniger legalen Bedingungen angeworben wurden, jetzt nicht mehr zur Verfügung stehen.
Für eine sofortige Hilfe müssen alle, die zurzeit nicht sozialversichert in der häuslichen Pflege beschäftigt sind, die Möglichkeit bekommen, die Grenze weiterhin zu überqueren. Ihnen muss schnell und unbürokratisch die systemrelevante Leistung anerkannt werden.

Wenn wir diesen Mangel nachhaltig bekämpfen wollen, hilft nur eins: eine solide Finanzierung von professioneller Pflege. Das heißt in der Praxis: Häusliche Pflege muss professionalisiert und sozialversicherungspflichtig organisiert werden.

Finanziert werden muss die Pflege über eine Pflegevollversicherung - zu Hause ebenso wie in Pflegeheimen. Wir müssen die gravierenden Probleme, die jetzt noch offener zutage treten endlich nachhaltig lösen, wenn wir verhindern wollen, dass sie sich bei jeder Krise wiederholen."

Quelle: Pressemitteilung vom 24.03.2020
Pressestelle DIE LINKE. Parteivorstand
Pressesprecher Götz Lange – Büro 030 24009-674 goetz.lange@die-linke.de
Stellvertretende Pressesprecherin Antje Dieterich – Büro 030 24009-544 antje.dieterich@die-linke.de
Pressereferent Marcus Boës – 0151 21 27 41 32 marcus.boes@die-linke.de
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

WernerSchell
Administrator
Beiträge: 23431
Registriert: 18.05.2003, 23:13

Schulterschluss für die 24-Stunden-Betreuungskräfte

Beitrag von WernerSchell » 27.03.2020, 08:19

Schulterschluss für die 24-Stunden-Betreuungskräfte

Die Auswirkungen des Coronavirus in Deutschland und Europa treffen pflegebedürftige Menschen in Deutschland besonders hart. Pflegebedürftige, Angehörige, Kostenträger, Anbieter und auch die Politik machen sich angesichts der sehr dynamischen Lage Sorgen um die zukünftige Versorgungssituation in Deutschland. Die „Corona-Krise“ hat auch Auswirkungen auf die rund 300.000 Haushalte, die durch Betreuungskräfte aus Osteuropa betreut und versorgt werden - bekannt als sogenannte „24-Stunden-Betreuung“.
Durch die derzeitigen Grenzschließungen und Reisebeschränkungen können viele dieser Betreuungskräfte nicht oder nur noch beschränkt nach Deutschland reisen, mit gravierenden Auswirkungen für die versorgten Menschen und die gesamte Versorgungslandschaft in Deutschland. Denn weder die ambulanten Dienste, noch die stationären Einrichtungen oder die pflegenden Angehörigen können dies auffangen.

Im Angesicht dieser besonderen, bislang nie dagewesenen Krisenzeit, bedarf es eines Schulterschlusses von Anbietern, Betreuungskräften, Verbänden und Kostenträgern. Wir bedauern in diesem Zusammenhang die teilweise aufkommenden Egoismen und Versuche, die Krise für scheinbare individuelle Vorteile auszunutzen. Wir teilen die zwischenzeitlich aufkommenden Äußerungen einiger Verbände nicht, die den Eindruck vermittelten, nur von ihnen registrierte Betreuungspersonen dürften noch nach Deutschland kommen. Wir können die Irritationen gut verstehen, die angesichts dieser Aussagen bei Bundestagsabgeordneten, Kostenträgern und Entscheidern in den Verwaltungen entstanden sind und hoffen, dass diese ausgeräumt werden konnten.

Gerade in diesen Zeiten der besonderen Herausforderung sollte nicht versucht werden, Unternehmen gegeneinander auszuspielen und die Krise für Fehlinformationen zu nutzen. Prof. Isfort hat das in einem Interview treffend formuliert: "Die Betreuungskräfte sind und waren immer schon systemrelevant.“ Und dabei spielt es keine Rolle, wie sie aktuell beschäftigt sind. „Sie seien einfach als Personen hier in Deutschland systemrelevant, weil nur sie das Versorgungssystem der Pflegebedürftigkeit stabilisieren.“ (Quelle https://www.tagesschau.de).

Wir bitten die Bundesregierung und die Länderchefs bei der heutigen Bundesratssitzung darum, eine Lösung für alle betroffenen Familien und Betreuungskräfte zu finden und mit den osteuropäischen Nachbarn gangbare Wege zu vereinbaren.

Wir bitten zudem nachdrücklich darum, dass das aktuelle Gesetzgebungsverfahren dafür genutzt wird, dass ambulante Pflegedienste die Erlaubnis erhalten, für Leistungen der Grundpflege, und insbesondere der hauswirtschaftlichen Betreuung, Betreuungskräfte beauftragen zu dürfen. Um die ambulante Versorgung sicherzustellen, müssen zugelassene Pflegedienste umgehend die Möglichkeit erhalten, auch mit nicht zugelassenen Dienstleistern kooperieren zu dürfen und Grundleistungen delegieren zu können.

Zudem brauchen wir unmittelbar nach dieser Krise einen Schulterschluss für ein bundeseinheitliches Hausbetreuungsgesetz. Gerade diese Krise zeigt, dass diese Unterstützung durch Hausbetreuungskräfte systemrelevant ist und auch als solche gesetzlich geregelt und verankert werden muss.

Quelle: Pressemitteilung vom 27.03.2020

Simon Wenz und Juliane Bohl
Vorstand
Hausengel Holding AG

Mario Czaja
Geschäftsführender Gesellschafter
Die BrückenKöpfe GmbH

Markus und Dennis Küffel
Geschäftsführende Gesellschafter
Pflege zu Hause GmbH

Dr. Tobias Liebau
Rechtsanwalt
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk (Neuss)
http://www.pro-pflege-selbsthilfenetzwerk.de/
Bild

Antworten